Tee ist in Asien und insbesondere in Japan mehr als nur ein Genussmittel. Er ist ein essentieller Bestandteil der Kultur und in Japan sogar zu einer Kunst erhoben worden. Doch wie entstand die Kunst des Teetrinkens und welchen Sinn birgt sie? 

Was ist eine Teezeremonie?

Eine Teezeremonie (sadō – Teeweg) ist ein Zen-buddhistisches Ritual des Teetrinkens. Dabei geht es vordergründig weder um den Geschmack des Tees noch um die Zusammenkunft der Gäste, sondern vielmehr um die Erfahrung des Rituals als solche. Bei einer Teezeremonie ist das Umfeld und der Ablauf des Rituals fest vorgeschrieben, sodass der gelernte Teemeister die Gäste in einen meditativen Zustand der Einkehr versetzen soll. Dabei stehen vier Prinzipien im Vordergrund, die von dem Teemeister Sen no Rikyū im 16. Jahrhundert festgelegt wurden. Diese Prinzipien sind Harmonie (Wa), Respekt (Kei), Reinheit (Sei) und Stille (Jaku).

Wie läuft eine traditionelle Teezeremonie ab?

So wie der Zen-Buddhismus verschiedene Schulen mit unterschiedlichen Lehren besitzt, so auch die Teezeremonie. Dennoch lassen sich einige allgemeine Kennzeichen der Teezeremonie festhalten.

  • Eine Teezeremonie findet in einem von Garten umgebenen Teehaus statt. Das Ritual der Zeremonie beginnt nicht erst im Teehaus, sondern bereits auf dem Gartenpfad dorthin. Während des Gangs hin zum Teehaus, soll der Gast den stressigen Alltag hinter sich lassen.
  • Die Gäste müssen sich am Teehaus, bevor sie eintreten, am Wasserbecken die Hände reinigen. Beim Eintreten in das Teehaus, müssen die Schuhe ausgezogen werden.
  • Bevor man mit der eigentlichen Zeremonie beginnt, wird zusammen leichtes Essen gespeist (Kaiseki), bevor das Teehaus erneut verlassen wird.
  • Ertönt der Gong beginnt schließlich das eigentliche Ritual, das im Seiza (jap. Fersensitz) durchgeführt wird. Nachdem der Teemeister die Zeremonie Utensilien, wie Teeschale, Teebesen und Teelöffel gereinigt hat, wird der Matcha verrührt.
  • Nach der durchritualisierten Zubereitung wird die matchagefüllte Teetasse vom Meister an den Hauptgast gereicht, der diese nach vorgegebenen Regeln anzunehmen hat. Die Teetasse wird in Folge dann von Gast zu Gast gereicht. Das ganze Ritual kann bis zu vier Stunden dauern.

Wieso verwendet man Matcha für die Teezeremonie?

Zwar lernten die Japaner den grünen Tee erst durch die Chinesen kennen, jedoch waren es sie, die dem grünen Tee einen so hohen Stellenwert zugesprochen haben. Es waren die buddhistischen Mönche Japans, welche Matcha, aufgrund seines heilenden Vermögens, zum Meditationsgetränk erwählten. Bis heute gilt Matcha wegen seiner vielen Vitamine und Antioxidanten als Allheilmittel. Im 12. Jahrhundert war Matcha nur dem Kaiser und der Samurai-Kaste vorenthalten, heute ist Matcha ein essentieller Bestandteil der Kultur Japans.

Wie wird Matcha zubereitet?

Man unterscheidet in der Zubereitung zwischen Usucha (dünner Tee) und Koicha (starker Tee) Matcha. Diese Unterscheidung bezieht sich auf die Intensität des Matchatees. Während Usucha eine an Cappuccino erinnernde Creme besitzt, hat der Koicha Tee die Konsistenz von geschmolzener Schokolade. Bei der Teezeremonie wird mehr auf die Koicha Zubereitung zurückgegriffen. Im Folgenden eine kleine Anleitung:

Usucha  Koicha     
1-2 TL Matcha  2 TL Matcha 
100ml Wasser bei 75°C 50-75ml Wasser bei 80°C 

  1. Matcha-Pulver in die Teeschale geben und mit heißem Wasser übergießen.
  2. Den Tee mit dem Teebesen schaumig rühren.

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